
Viele kennen den Hinweis: „Die Heide blüht.“ Gemeint ist die Lüneburger Heide, die sich im Spätsommer und Herbst in den schönsten Rot- und Lilatönen präsentiert und viele Touristen anzieht. Jeder Gartenbesitzer kann sich entschließen, einen solchen Anblick ebenfalls zu genießen.
Speziell in der Lüneburger Gegend überwiegt die Besenheide (Calluna vulgaris). Man zählt sie oft fälschlicherweise zu den Heidekräutern und bezeichnet sie als Erika. Genau genommen ist sie lediglich mit den Eriken (Erica) verwandt. Man erkennt den Unterschied am Flor. Die Besenheide entwickelt schmale Knospen, während die Eriken mit etwas dickeren Blütenglöckchen daherkommen.
Wie auch immer – in einem Heidebeet und erst recht in einem Heidegarten harmonieren sie alle miteinander. Die pflegeleichten Gewächse stammen aus europäischen, südafrikanischen und vorderasiatischen Hochmooren, doch sie haben sich den Bedingungen, die ein heimischer Garten ihnen bietet, längst angepasst.
Heidekrautsträucher sind immergrün und sorgen für Farbtupfer, wenn der Sommer sich zu Ende neigt. Der Fachhandel bietet eine riesige Auswahl an. Während die Besenheide ihren Flor im September und Oktober zeigt, gibt es auch Heidearten, die bereits im Sommer blühen. Die Schneeheide (Erica carnea) läuft im November bereits zu blühender Hochform auf und zeigt ihre weißen, rosafarbenen und roten Blütentrauben bis ins nächste Frühjahr.
Gartenbewohnerin und Heilpflanze
Heidekraut lässt sich prima mit anderen Gewächsen kombinieren. Wacholder, Hartriegel und Exemplare aus der Gattung der Pfeifengräser machen sich gut. Auch der Ginster ist geeignet, und aus dem Reich der Früchte bieten sich die Heidelbeere und die Moosbeere an.
Das Heidekraut findet seit Jahrhunderten Verwendung. Im Mittelalter war es nicht nur als Färbemittel für Wolle beliebt, sondern auch als Naturalie zur Herstellung von Bier – einem Getränk, das man zu dieser Zeit als Grundnahrungsmittel verwandte. Im neunzehnten Jahrhundert wurde die Heilkraft der Pflanze entdeckt. Das Kraut ist sogar essbar. Es schmeckt würzig und leicht bitter. Doch man verarbeitet die Pflanze am besten zu Tee, wobei die Blüten bevorzugt werden, aber auch das Kraut verwendet werden kann. Heidekräuter enthalten entzündungshemmende Stoffe und entfalten ihre Wirkung, wenn man Erkältungs-, Blasen- und Nierenerkrankungen zu Leibe rücken will.
Pflegeleicht und dankbar
Das Heidekraut liebt ein sonniges bis halbschattiges Plätzchen im Garten. Der saure Boden sollte einen pH-Wert von 4,5 bis 5,5 aufweisen. Um verschiedene Farben gut zur Geltung zu bringen, pflanzt man sie gruppenweise. Bei größeren Flächen rechnet man – je nach Art – mit acht bis 15 Pflanzen pro Quadratmeter. Ansonsten empfiehlt sich ein Pflanzabstand von 20 bis 30 Zentimetern. Speziell die Besenheide mag keine lehmigen Böden, die Eriken sind da toleranter. Für das Einpflanzen bevorzugen die Besen- und die Sommerheide den Frühling, während die Schneeheide im Herbst einzusetzen ist.
Alle Bewohnerinnen eines Heidebeetes möchten regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Wenn sie üppig wachsen und blühen sollen, ist auch jährlicher Rückschnitt angesagt, je nach Art im Februar oder Juni. Obwohl die Pflege unkompliziert ist, revanchieren sich die Heidekrautgewächse großzügig, und zwar nicht nur mit ihren Blüten. Sie ziehen Bienen, darunter auch Wildbienen, und Hummeln an und bieten Schmetterlingen wie der Heidekraut-Bunteule und dem Heidekraut-Wurzelbohrer Nahrung und Unterschlupf.